Kleine Presseschau

DAVOS FESTIVAL 2016

„Auf Tuchfühlung mit der Zukunft“


„Der Alpenfestival-Fahrer erlebt an bisweilen ungewöhnlichen Orten ausgetüftelte Programme, die in ihrer Komplexität einzigartig sind. Die Ideen entstehen im Kopf Reto Bieris, eines famosen Programm-Spinners.“
Christian Berzins in der NZZ am Sonntag, 14. August 2016

"Die Musik, so ein Davoser Grundsatz, sollte in den Alltag hineinwirken, und so trat etwa das Streichorchester mit einer Suite von Leoš Janáček im Warteraum des Bahnhofs auf; Werktitel und Besetzung wurden dabei über Bahnhofslautsprecher angesagt. In den abendlichen Konzerten, die in verschiedenen Kirchen, Hotelsälen und im Davoser Kirchner-Museum stattfanden, kam dann wieder das konzentrierte Hören zu seinem Recht. Hier erreichten die jungen Musiker, darunter der exzellente festivaleigene Kammerchor, das französische Quatuor Ardeo und die vielen wechselnden Kleinformationen, ein treues Stammpublikum."
Max Nyfeller in der FAZ, 17. August 2016


"Reto Bieri, Weltklasse-Klarinettist und seit drei Jahren Intendant, pflegt und liebt die Vielfalt. Allerdings sind seine Programme genau komponiert, da treffen auch mal Volksliedklänge und hehres Konzertrepertoire aufeinander und es ergeben sich ohrenöffnende Aspekte. Beim Frühstück im Festivalhotel Schweizerhof wird man zum Mitsingen animiert, vor dem Eingang steht ein Klavier zum Ausprobieren oder virtuosen Konzertieren, abends gibt es statt banaler Hintergrundmusik vom Lautsprecher häufig tanzbare Live-Sounds."
Jörn Florian Fuchs im Bayerisches Rundfunk, 18. August 2016


"Der Vergleich von Festivals kann hinken, wenn zwischen den jeweiligen Profilen nicht differenziert wird. Da ist das Festival in Davos: Nur weil es hoch oben in den Bergen Graubündens sitzt, lässt es sich nicht einfach als «Alpenfestival» abstempeln. Im schweizerischen Musikleben ist die Reihe in dieser Form singulär: Wer dieses Festival begreifen will, muss weit über die Alpen hinausblicken….
…Von ödem Schickimicki-Glamour samt leichtverdaulichen Musik-Häppchen ist das Festival weit entfernt. Umso glanzvoller, weil nachhaltiger, strahlt es in die Musikwelt hinaus. Wer die Stimmen von morgen hören möchte, kommt um Davos nicht herum. Hier präsentieren sich die jüngeren Generationen, und zwar nicht nur bereits etablierte Talente wie das wunderbare Quatuor Ardeo aus Frankreich, sondern ebenso noch völlig unbekannte «Youngsters». Folglich wird auch in den Programmen nicht museal konserviert, sondern die Zukunft entworfen – in lockerer Atmosphäre."
Marco Frei in der NZZ, 18. August 2016