Kleine Presseschau

DAVOS FESTIVAL 2018
„ES GEHT UM KOMMUNIKATION
MUSIKALISCH UND MIT DEN MENSCHEN“

„Das 1986 von Michael Haefliger … gegründete Unternehmen ist finanziell und publikumsmässig bestens verankert. Künstler und Musikerfreunde bilden eine grosse Familie, Wandern und Musik bilden eine entspannte Mischung. Das Kammermusikfestival kann viele kleine Auftrittsorte nutzen, von der Dorfkirche bis zum hoch über Davos gelegenen Hotel Schatzalp… Der Klarinettist und künstlerische Leiter Reto Bieri ist ein begnadeter Programmmacher, der seine ausgefallenen, auf den ersten Blick skurril anmutenden Ideen in musikalisches Gold umzuwandeln weiss.“
Max Nyffeler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 11. August 2018 (Link zum Beitrag)

„Dieser Intendant hat dem Festival einen Stempel aufgedrückt, der eigenwillig, kreativ und – das mag kitschig klingen – verbindend ist. Es ging ihm nicht um Stars und volle Säle, sondern um Kommunikation musikalisch und mit den Menschen dort oben. Man konnte im Publikum das übliche Klassikpublikum sehen, das anreist, aber auch immer wieder Leute aus der Gegend. Vor allem in den Veranstaltungen, die dieses Festival ausmachen. Zum Beispiel im Offenen Singen oder in Cafés und Clubs, wo immer wieder Musiker aufspielten. Und bei der Ruhebox, wo man sich seine 5 Minuten individuelles Ruhekonzert holen konnte.“
Annelis Berger, SRF Kultur, 18. August 2018 (Link zur Sendung)

"In schönster Umgebung kommen hier Gleichgesinnte zusammen, um Musik zu machen oder Musik zu hören. Um Selbstdarstellung geht es nicht. Wer mit dem Glamour-Faktor mancher grosser Festivals wenig anzufangen weiss, findet gerade bei kleinen Reihen wie in Davos ... viel Sinn und Sinnlichkeit."
Marco Frei in der Neuen Zürcher Zeitung, 24. August 2018 (Link zum Beitrag)

„Reto Bieri hat Spass an diesen Verwicklungen. Mit gutem Gespür für Stimmungen und Querverbindungen komponiert er seine Konzertprogramme, in denen wie auf der Schatzalp die fragile Musik von Salvatore Sciarrino („Vagabonde blu“ für Akkordeon) von der an Chopin erinnernden Nocturne für Klavier von Dobrinka Tabakova, Composer in Residence, weich gebettet wird. Immer mit der Fragestellung: „Wie bekommen wir schwierige, komplexe Werke so an die Menschen heran, dass sie nicht mehr ausweichen können und die Konzerterfahrung mit dem eigenen Leben verbinden?“
Georg Rudiger in der Badischen Zeitung, 13. August 2018 (Link zum Beitrag)

„Davos gibt sich klein, fein, auf junge Künstler konzentriert, mit individuell entworfenen Programmen, ohne grosse Namen, aber mit spitzfindig-witzigen Motti. Hier schwärmt man aus zu schrägen Locations, auf die Berge und Almen, Triften und Sättel. Immer mit dem Singbuch im Rucksack und dem nimmermüden Chor neben sich.“
Manuel Brug im Blog klassiker.welt.de, 10. August 2018 (Link zum Blog)

DAVOS FESTIVAL 2017
„KLARES BEKENNTNIS FÜR REDUKTION UND KONZENTRATION“

„Im August Sommerzeit ist Festivalzeit, und da richten sich aller Augen auf die einschlägigen Groß-Events… Doch eine quicklebendige sommerliche Musikszene gibt es auch abseits dieser Hotspots, bei den vielen kleinen Festivals in ländlicher Umgebung… Alpental. Landschaft, Wandern und Kammermusik verbinden sich hier zu einem entspannten Mix und qualitativ hochstehenden Ferienvergnügen für Individualisten. Zum Beispiel das DAVOS FESTIVAL: Vor drei Jahrzehnten von Michael Haefliger unter dem Motto „Young Artists in Concert“ gegründet, hat es sich als Treffpunkt für aufstrebende Musiker und ein anspruchsvolles Publikum etabliert.“
Max Nyffeler in der FAZ, 23. August 2017

„Die Idee der Spielbox ist eine ganz einfache: Künstler und Besucher sollen sich wieder näherkommen.“
Simona Caminada, SRF Tagesschau, 7. August 2017 (Beitrag in ganzer Länge)


„In Zeiten spektakulärer Vorhaben wie der Hamburger Elbphilharmonie wollte Bieri ein ureigenes Zeichen setzen, und dies ist ihm gelungen. Die Spielbox steht exemplarisch für den Geist von Davos. Sie ist ein klares Bekenntnis für Reduktion und Konzentration, Intimität und Individualität, Begegnung und Austausch. Überdies gelingt es mit dem Minisaal, das Konzerterlebnis und die Hörerwartung neu zu befragen – zumal hier auch der Hörer exponiert ist. Er wird genauso durch die Fenster beobachtet.“
Marco Frei in der NZZ, 21. August 2017

 „Die Glastür des Konzertsaals wird geöffnet. Der Pianist steht auf und begrüßt mich persönlich… Dann nehme ich auf dem einzigen Sessel Platz. Niemand raschelt mit dem Programmheft, keiner hustet. Ich bin ganz alleine… Der Klang des Konzertflügels, der nur einen Meter von mir entfernt steht, umarmt mich, bis ich wieder, ganz von Musik erfüllt, in den Alltag entlassen werde. Ein Handschlag, ein paar Worte, dann ist der nächste Konzertbesucher an der Reihe.“
Georg Rudiger im Kultur Joker, 31. August 2017

„Genial ist schon der Auftakt des ersten Konzertes. Die Komposition „Incidental Music“ von George Brecht weist einen Pianisten an, bunte Bauklötze im Klavier zu stapeln, bis der Turm umstürzt und die Steine über die Saiten hüpfen. Diesen Impuls nimmt der Cellist des Aris Quartetts auf und beginnt mit dem Allegro Vivace aus Mendelssohn-Bartholdys Streichquartett f-Moll.... Überbordende Konzerterlebnisse sind nicht vorhersehbar… Alles zwischen Jahrmarkt und Miniatur ist im Programm des DAVOS FESTIVAL zu finden.“
Julia Kaiser im Deutschlandfunk, 7. August 2017

„Reto Bieri ist ein Ideen-Kraftwerk. Obwohl er gerade vom Arzt kommt, redet er ohne Punkt und Komma über seine Projekte, die er zum Teil über Jahre verfolgt. Beim kleinen, übersichtlichen und flexiblen DAVOS FESTIVAL ist er mit diesem Ideenreichtum bestens aufgehoben.“
Rolf App im St. Galler Tagblatt, 15. August 2017

 

DAVOS FESTIVAL 2016
„Auf Tuchfühlung mit der Zukunft“

„Der Alpenfestival-Fahrer erlebt an bisweilen ungewöhnlichen Orten ausgetüftelte Programme, die in ihrer Komplexität einzigartig sind. Die Ideen entstehen im Kopf Reto Bieris, eines famosen Programm-Spinners.“
Christian Berzins in der NZZ am Sonntag, 14. August 2016

"Die Musik, so ein Davoser Grundsatz, sollte in den Alltag hineinwirken, und so trat etwa das Streichorchester mit einer Suite von Leoš Janáček im Warteraum des Bahnhofs auf; Werktitel und Besetzung wurden dabei über Bahnhofslautsprecher angesagt. In den abendlichen Konzerten, die in verschiedenen Kirchen, Hotelsälen und im Davoser Kirchner-Museum stattfanden, kam dann wieder das konzentrierte Hören zu seinem Recht. Hier erreichten die jungen Musiker, darunter der exzellente festivaleigene Kammerchor, das französische Quatuor Ardeo und die vielen wechselnden Kleinformationen, ein treues Stammpublikum."
Max Nyfeller in der FAZ, 17. August 2016


"Reto Bieri, Weltklasse-Klarinettist und seit drei Jahren Intendant, pflegt und liebt die Vielfalt. Allerdings sind seine Programme genau komponiert, da treffen auch mal Volksliedklänge und hehres Konzertrepertoire aufeinander und es ergeben sich ohrenöffnende Aspekte. Beim Frühstück im Festivalhotel Schweizerhof wird man zum Mitsingen animiert, vor dem Eingang steht ein Klavier zum Ausprobieren oder virtuosen Konzertieren, abends gibt es statt banaler Hintergrundmusik vom Lautsprecher häufig tanzbare Live-Sounds."
Jörn Florian Fuchs im Bayerisches Rundfunk, 18. August 2016


"Der Vergleich von Festivals kann hinken, wenn zwischen den jeweiligen Profilen nicht differenziert wird. Da ist das Festival in Davos: Nur weil es hoch oben in den Bergen Graubündens sitzt, lässt es sich nicht einfach als «Alpenfestival» abstempeln. Im schweizerischen Musikleben ist die Reihe in dieser Form singulär: Wer dieses Festival begreifen will, muss weit über die Alpen hinausblicken….

…Von ödem Schickimicki-Glamour samt leichtverdaulichen Musik-Häppchen ist das Festival weit entfernt. Umso glanzvoller, weil nachhaltiger, strahlt es in die Musikwelt hinaus. Wer die Stimmen von morgen hören möchte, kommt um Davos nicht herum. Hier präsentieren sich die jüngeren Generationen, und zwar nicht nur bereits etablierte Talente wie das wunderbare Quatuor Ardeo aus Frankreich, sondern ebenso noch völlig unbekannte «Youngsters». Folglich wird auch in den Programmen nicht museal konserviert, sondern die Zukunft entworfen – in lockerer Atmosphäre."

Marco Frei in der NZZ, 18. August 2016